Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

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Raphael
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Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Raphael » Fr 12. Jul 2019, 17:48


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Jens
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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Jens » Fr 12. Jul 2019, 20:01

Hervorragendes Video! Muss man das bei dir eigentlich noch sagen? :lol:

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Rico
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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Rico » So 14. Jul 2019, 19:51

Hallo Raphael,

in der Tat sprechen Bilder mehr als Wort & Schrift. Dein Video ist wieder gut gemacht und mir raucht sogleich die Rübe.

Der Vesuvausbruch 1631 korreliert ebenso auffällig mit dem Dreißigjährigen Krieg in Deutschland (1618 – 1848) und erscheint als Indiz zur Hysteriethese („Klima“-bedingter Sonnenwwahn) von Alexander Chizhevsky.

Jedoch ist eher denkbar, daß die Vesuverruption von 1631 nur ein marginal wiederbelebtes Pompeii erneut - und zwar dann vollständig – verschüttete bei 'Nachwehen' des Vulkans. Die Ruinen von Pompeii wurden in der Renaissance als Heilquellen benutzt. Daher auch die Kanalbauten um 1592 durch den Architekt Domenico Fontana.
Da aber zu dieser Zeit der Monotheismus – nach den Kreuzzügen – europaweit gefestigt war ignorierte man die Funde und somit auch erotischen Fresken. Denn diese waren Zeugnis einer „Gottgestraften“ heidnischen 'Antiken' Kultur von vor dem 'Point of no return'. Ergo um 1600 ca. 400 Jahre alt.
Denkbar wäre das die Heilbäder der Ruine Pompeii im 14. und 15. Jhd. von gut Betuchten aufgesucht wurden um im heidnisch - polytheistischer - Vergangenheit zu schwelgen. Dergleichen Sehnsüchte drücken erotische Göttinengemälde der Renaissance aus. Stehen diese Kunstwerke doch im krassen Gegensatz zur monotheistisch-inquisitorischen Verlautbarung des 14. bis 15. Jhd.....
Im übrigen glimmte der melancholische Ruinenkult auch im 19. Jhd. wieder auf und hielt bis ins frühe 20. Jhd an. 'Neu' erbaute Ruinen bereicherten Kunstgärten der Herrenhäuser in ganz Europa. Wobei antike Tempelhäuser absichtlich verfalllen errichtet wurden....

>Kollektive Meme spiegeln bei Unbewußtheit das psychische Schicksal eines unfreien Willens und gestalten dessen Gegenwart deterministisch in steter Nachspielung erlebter Vergangenheit.<

Der eigentliche Untergang von Pompeii läßt sich daher eher in das 10. Jhd. - ergo zum Beginn der Kreuzzüge – vermuten. Exakt in dieses X. Jhd. schwingt des Damokles Schwert über aller Scheitel und genau in diese Epoche lässt sich auch der Fall der Antike ( Brutus' Staatsstreich, mit nachfolgender Schlacht v. Actium etc..) verorten. Einer Chronik aus Benevento zufolge soll der Vesuv noch im Kreuzzugsjahr 1139 mehrere Tage lang Feuer und Flammen gespien haben....
Letztlich ist – nach meiner Intention – der Auftakt der Kreuzzüge also kollektiv-hysterische Reaktion auf weltweite Erdbeben, Unwetter und Vulkanaktivität. Deren Ursache kosmischen Ursprungs (> Supernovae Krebsnebel 1054 und somit Bahnturbulenzen der Planeten und des Erdmondes (extreme Libration) erzeugten. Die Götter zürnten den Heiden vermeinten die Geläuterten..... (siehe bspw. Hilal, Christentum, Szekler oder Heidnische astral-Symbolik)

Der Kriegszug des monotheistischen Dogmas begann nicht erst mit dem Vesuvausbruch von 1631, sondern mit Beginn der Kreuzzüge. Martin Luther hatte ja schon im Vorfeld ab 1517 den hart gepanzerten Monotheismus Roms begonnen wieder zu schwächen.
Ergo müßten – wenn Raphaels These korrekt ist - die Kreuzzüge im 15. Jhd. begonnen haben, oder haben gar nie stattgefunden.
Beides ist aufgrund zahlreicher Indizien eher unwahrscheinlich.

Was aber real ist, ist die verlängerte Chronologie um fast 1000 Jahre vor dem 10. Jhd. (X als tatsächliche „konstantinische Pseudokonstante“). Damit überdeckte man 300 Jahre Massenwahn – und Massenumzug, der von 1000 bis zum Beginn des Jahr 1400 stattfand und in die Renaissance = Wiedergeburt (!) - wie ins gregorianische Kalenderfixum - mündete. Überdeckt wurde die traumatische Prozession desaströser Kreuzzüge (von Europäern, Hunnen u. Arabern) durch eine erfundene „Völkerwanderung“, die angeblich von ca. 250 bis ins ausklingende Jahr 900 Eurasien weit Völkerscharen aus ihren Sitzen trieb.

Ebenso weißen Fresken u. Mosaike mit Darstellung einer Ananasfrucht in Pompeii darauf hin das schon Phönizier, Ptolemäer, asiatische und normannischen Schiffe weit vor dem ominösen 10. 'Wende-Jahrtausend X' Kontakt nach Amerika pflegten. Daher sind Pyramiden auch dort erbaut und fanden sich im Bauch von Pharaonenmumien südamerikanische Kokablätter.... Kolumbus Kohorten vernichtete nur die Beweislast dieser antiken (Karthagisch-Phönizischen) Kolonien um die eigne Flagge für das katholische Spanien in Mesoamerika hochzuziehen.

Alles wie immer ein Frage der Perspektive.... Aber unsere Meinungen liegen ja nur 400 Jahre auseinander. Ganz im Gegensatz zu offiziell obskuren chronomär.

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Raphael
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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Raphael » Mi 17. Jul 2019, 06:09

Hallo Rico,
Jedoch ist eher denkbar, daß die Vesuverruption von 1631 nur ein marginal wiederbelebtes Pompeii erneut - und zwar dann vollständig – verschüttete bei 'Nachwehen' des Vulkans.
Die Stratigraphie zeigt, daß Pompeji komplett von einem einzigen Ausbruch verschüttet wurde, eine partielle Verschüttung ist ausgeschlossen.
Da aber zu dieser Zeit der Monotheismus – nach den Kreuzzügen – europaweit gefestigt war ignorierte man die Funde und somit auch erotischen Fresken.
Daß der Monotheismus zu dieser Zeit gefestigt war, steht ja gerade zur Debatte. Die Kreuzzüge sind, so sie überhaupt stattgefunden haben, ebenfalls in der Zeit um das 16./17. Jahrhundert anzusetzen. Das paßt ja auch alles zusammen mit der Machtergreifung des Vatikans: Bücherverbrennungen, Kreuzzüge, Inquisition, Umgestaltung aller Kultgebäude – das fand alles zeitgleich statt. Übrigens ging die Reise der Kreuzfahrer sicherlich nicht ins heutige Jerusalem, denn das gab es zu jener Zeit noch gar nicht. Laut Fomenko war Istanbul früher auch als Jerusalem bekannt. Ebenso das heutige Rom. Das "Heilige Land" war zunächst Italien, wurde dann aber im Zuge der Großen Aktion in den Orient verlegt, eine Terra Incognita zu jener Zeit. Vielleicht wäre ein Video dazu mal interessant.

Zur "Supernova von 1054" kann ich nur sagen, daß die Primärquellen chinesische Texte sein sollen, und diese sind alle Fälschungen. Fomenko hat darauf hingewiesen, daß es so viele astronomische Ereignisse in den chinesischen Texten gibt, daß eine Großzahl einfach ausgedacht sein muß. Er meint auch, daß diese Aufzeichnungen für eine verläßliche Datierung nicht zu gebrauchen sind. Wann die Krebsnebel-Supernova stattfand, ist unbekannt. Laut Wikipedia gibt es keine gesicherten Beobachtungen aus Europa, obgleich diese Supernova viel heller als die Venus erstrahlt sein soll. Das allein deutet schon darauf hin, daß hier etwas nicht stimmt. Wie hätten die europäischen Astrologen (ja, Astrologen, es gab früher keine Astronomen) das nicht sehen und überliefern können?
Ob es sich bei aufgezeichneten Leuchterscheinungen (deren Datum man schlecht bis gar nicht bestimmen kann) um eine Supernova handelt, oder vielleicht um einen Kometen oder ein anderes kosmisches Ereignis, weiß man auch nicht. Viel Schatten, wenig Licht. Daher halte ich es für sehr gefährlich, eine Chronologie anhand solcher Ereignisse erstellen zu wollen.

Prinzipiell halte ich es darüber hinaus für falsch, einzelne Ereignisse, wie die Verschüttung Pompejis, umzudatieren und dann zu versuchen, sie in die bestehende Chronologie irgendwie einzupassen. ALLE überlieferten Ereignisse müssen überprüft werden. Man kann sich an keiner Chronologie orientieren. Viele Ereignisse sind reine Fiktionen. Ebenso viele reale Ereignisse sind ausradiert worden und wir wissen nichts darüber. Es ist sogar fraglich, ob der Ausbruch des Vesuvs, der auf 1631 datiert wird, nicht erst um 1730 stattfand. Warum sollte man 118 Jahre mit den Ausgrabungen warten? Erste offizielle Ausgrabung: 1748. Hingegen sind 18 Jahre danach ein realistischeres Datum. Nur mal so.

Geschichte und Chronologie sind ein undurchdringlicher Morast. Es gibt kein einziges festes Datum. Alles ist Pi mal Daumen, alles beruht auf Meinungen. Das Wort "Geschichtswissenschaft" ist ein Hohn. Man bedenke nur, wie falsch viele Ereignisse der letzten fünfzig Jahre in die Geschichtsschreibung eingegangen sind: 11. September und Mondlandungen sind nur zwei promintente Beispiele. Auch hier hat eine verdeckte Hand ein Ereignis vollkommen verzerrt dargestellt bzw. ein anderes Nicht-Ereignis als real in die akademische Geschichtsschreibung eingefügt.

Chronologiekritik hat daher für mich nicht die Aufgabe, eine neue Chronologie zu erstellen (wie Fomenko es beispielsweise tut und das beliebte Datum 1054 als Geburt Jesu, also einer astro-mykologischen Fiktion, als fixen Ausgangspunkt nimmt). Chronologiekritik kann, nach meinem Verständnis, nur überlieferte Einzelereignisse untersuchen und damit den Kontext der absurden Geschichtsschreibung zerstören. Eine Rekonstruktion halte ich für unmöglich.

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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Jens » Mi 17. Jul 2019, 08:25

Raphael hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 06:09
Eine Rekonstruktion halte ich für unmöglich.
Sehe ich genauso. Wenn wir nicht irgendwann auf ein großes Archiv stoßen, in dem Ausserirdische alles neutral dokumentiert haben, besteht keine Chance eine vergessene Geschichte wieder herzustellen.
Meine Hoffnung ist es jedoch, dass wir (die Menschheit) herausfinden, wer dafür verantwortlich ist und warum. Das wäre schon einmal der erste Schritt, um zumindest zu erkennen, was uns genommen wurde.

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Raphael
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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Raphael » Mi 17. Jul 2019, 13:32

Hin und wieder bekomme ich den Eindruck, daß manche Chronologiekritiker glauben, die überlieferten Ereignisse seien in etwa korrekt und man müsse sie nur zeitlich ein wenig herumschieben. Aber die Ereignisse sind bestenfalls grotesk verzerrt, meist frei erfunden. Und alles, was den Fälschern damals nicht gepaßt hat, ist unwiederbringlich verloren. Es gibt sicherlich Hunderte von wichtigen Ereignissen, von denen wir nie erfahren werden.

Die Frage, wer die Fälscher waren, ist interessant, ebenso, weshalb sie fälschten. Ich glaube nicht mal, daß sie das Fälschen als Unrecht empfanden. Die Denkweise der Menschen war damals einfach anders.

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Rico
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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Rico » Mi 17. Jul 2019, 21:50

Hallo Raphael,
Die Stratigraphie zeigt, daß Pompeji komplett von einem einzigen Ausbruch verschüttet wurde, eine partielle Verschüttung ist ausgeschlossen.
Korrekt.
Aber ist es denn ausgeschlossen, daß bis 1631 ein Ruinenkult im einmalig verschütteten Pompeii betrieben wurde?
Das demzufolge eine Art Grotten- und Katakombenkult mit Brunnentermen betrieben wurde – ähnlich wie die Mithräen die an Backröhren erinnern oder einem Totalverbrennungskult von Hiroshima etc.. (griech. Holocaustos, hebräisch Shoa, jap. Shinto zynisch = „Weg der Götter“...!!!)
Das also aufgrund eines okkulten Traumas neue Kanäle nötig waren, die der Architekt Domenico Fontana um 1592 durch die Ascheschichten trieb... Wobei er sogar Artefakte aus der Blütezeit von Pompeii fand die öffentlich unerörtert blieben. Immerhin war ja der Petersdom nebst ganz Rom auch im Eimer und musste durch Ablasshandel wieder auf den Stand der Zeit im 14. Jhd. gebracht werden.... Renaissance = Wiedergeburt sagt viel aus nach einem langanhaltenden Ephesischen Schlummer = Kreuzzüge?

Du schreibst gele(e)hrte Geschichte resp. Chronologie ist undurchdringlicher Morast.
Es gibt kein einziges festes Datum. Alles ist Pi mal Daumen, alles beruht auf Meinungen. Das Wort "Geschichtswissenschaft" ist ein Hohn. Man bedenke nur, wie falsch viele Ereignisse der letzten fünfzig Jahre in die Geschichtsschreibung eingegangen sind: 11. September und Mondlandungen sind nur zwei promintente Beispiele. Auch hier hat eine verdeckte Hand ein Ereignis vollkommen verzerrt dargestellt bzw. ein anderes Nicht-Ereignis als real in die akademische Geschichtsschreibung eingefügt.
Grundsätzlich stimme ich Dir zu das ALLE überlieferten Ereignisse überprüft werden sollten. Die jüngsten mit der Mondlandung begonnen, wie die ganz alt verdrängten.
Das Vergleichen derartiger Ereignisse ist ein wichtiger Indiz inklusive Stratigrafie.
Diesbezüglich könnte bspw. die Minoische Eruption in Bezug zur Vulkankatastrophe Pompeii's und kataklystischen Ereignissen auf der Nordhalbkugel – wie Südhalbkugel der Erde gesehen werden. Dergleichen erklärte sich daraus wohlmöglich die völlige Verwüstung und Verwirrung der Zentralarabischen Regionen und Populationen, nebst den unsrigen Verhaltensweisen.
Chronologiekritik hat daher für mich nicht die Aufgabe, eine neue Chronologie zu erstellen (wie Fomenko es beispielsweise tut und das beliebte Datum 1054 als Geburt Jesu, also einer astro-mykologischen Fiktion, als fixen Ausgangspunkt nimmt).
Fomenko scheint aufgrund katholischer Präsenz in Russland(?) befangen. So wie nördliche Historiker aufgrund protestantischer Präsenz, westliche aufgrund sephardischer Präsenz und orientalische Historiker aufgrund islamischer Präsenz....
Partein streiten um Pfründe wie Pharisäer um Penunzen und Zeloten um Zitronen.

Und doch sollte - wenn man Chronologiekritik betreibt - auch die reale Chronologie ergründet werden. Doch dieser Prozeß stellt sich autimatisch mit der Kritik ein und ist ja auch bei Dir - zumindest ab 1631 - praktiziert.

Einer unergründlichen Amnesie - vor 1631 - möchte ich entgegenhalten, daß ein 10. Jhd. - als Synonym der Symbolischen Lateinletter X und des Christogramm ☧ - ein überall breit kommunizierter Fakt ist. Er ist als 'Kreuzzugsbeginn' dermaßen Präsent wie ein schwebender Balken vor aller Augen. Das kann sicher A eine absichtlich Falsche Fährte sein, oder aber B eine willentliche Sendung um den erzeugten Wust rekapitulierbar zu halten für die Nachkommen. Aufgrund der Faktenlage und meiner bisherigen Erkenntnis wähle ich B.

Jens meint doppeldeutig nach A ≠ B Formalismus :
Meine Hoffnung ist es jedoch, dass wir (die Menschheit) herausfinden, wer dafür verantwortlich ist und warum. Das wäre schon einmal der erste Schritt, um zumindest zu erkennen, was uns genommen wurde.
Was seine davor getätigte Bestätigung (A) „Das eine Rekonstruktion unmöglich wäre“ torpediert.

Ich gehe mit Jens' erster Aussage B absolut konform. Denn B = B und A = A :mrgreen:

Der Schlüssel ist wie das Schloss längst vorhanden. Er wird von allen Menschen in Kunst und Tat erstellt. Es muß nur zusammengeführt werden um zumindest die letzten 1000 Jahre annähernd zu rekonstruieren. Sollte dies gelingen wird die Ernüchterung über den „Lieben Gott“ = Galaxie zwar schröcklich, aber wenigstens real und klar sein.

Genau deshalb zerbreche ich mir – warum auch immer – den Kopf über die Ursache des Beginns der monotheistisch bikameralen Massenpsyche. Die eben noch immer vorherrschende Geisteshaltung des globalen Gesamtkollektivs ist. Jeder gelebte Tag beweißt dies aufs neue.
Was ist der Grund das es so ist wie es ist?

Ob die Supernovae um exakt +1045 stattfand ist sicher nicht exakt zu ermitteln.
Was aber zu ermitteln ist sind Kulturumbrüche aufgrund extremer Ereignisse. Und somit eine Eingrenzung des jüngsten 'Ereignishorizontes' kosmisch willkürlichen Schicksals.

Witzigerweise brachte heute T. Cullen folgenden Eintrag:

https://malagabay.wordpress.com/2019/07 ... -then-was/

Der sog. Ereignishorizont des chronologischen Traumas grenzt sich zwischen ca. +900 (Heinsohn) und +1400 (Hecker) ein.

Bild

...und findet seinen nahezu gespiegelten 'Zyklus' - basierend auf Jap. Zeder-Baumdatierung – im 18.Jhd

Bild

Klar ist, daß Kreuzzüge nicht im 18. Jhd. statt fanden, sondern nur Napoleonische Revolten. Nutzte man also nur die Gunst der 'Bikameralen Sonnenstunde' (Alexander Chizhevsky) um Kolonien, die einst im Orient (Edessa, Dura Europos...) Kanaan und Gizeh usw. verloren gingen durch instrumentalisierte 'Parisäer Marionettensöldner' wieder zurück zu erobern?

Die sog. Heilige Stadt Jerusalem ist sicher – nach Fomenko - auch in Moskau verortbar. Doch das ist gar nicht der Punkt Raphael. Denn Istanbul/Byzanz, Rom, Carcasonne, Cusco, Nagasaki für Kyoto, oder eben Al Quds sind nur Bezugspunkte einer verwirrten Massenpsyche. An die sich auch Fomenko – bei aller Aufdeckung - geradezu festklammert.
Die Frage lautet jedoch immer noch WARUM, und WANN die flammenden Wanderbewegungen – allg. Kreuzzüge genannt – stattfanden. Alle späteren feurigen Kriegsumzüge nach dem Dreißigjährigen Krieg sind nur Resultat einer sich deterministisch fehlkonditionierenden Massenpsyche. Sind Resultat traumatischer Folklore aufgrund verlorener, verfälschter, verdrängter Chronologie.

Mein Hirn hat keinerlei Problem damit wenn wir die jüngste Ereigniskette mit dem Jahr 1631, ...von mir aus auch 1789... beginnen lassen.

Doch dem gegenüber stehen zu viele negative Variablen.
Warum krauchte bspw. der berühmte Mathematiker Christian Wurstisen bis zu seinem Tode 1588 durch halb verschüttete Basler Abwasserschächte um die Römische Kanalbaukunst zu studieren? Bedenke Raphael, daß der Architekt Domenico Fontana kurz darauf um 1592 seine Kanäle in Pompeii durch Artefaktehaltigen Boden trieb....

Zudem gibt es mir zu denken, daß ab 1450 die Anzahl der Wiegendrucke bis 1520 dann durch Postinkunabeln stetig stieg – trotz Bücherverbrennung. Das die Sentenzen eines Petrus Lombardus bis ins 16. Jhd. neben den 'Antiken' Werken eines Cicero, Ovid oder Plutarch verlegt wurden.... Trotz das die Inquisition tobte vom 13. Jhd. (nach meinem gegenwärtigen Chronologieverständnis recte vom 11. Jhd.) bis ins 18. Jhd.....
Da kam das Strafgericht „Gottes“ über Pompeii also arg verspätet zum vorlaufenden Strafgericht allzumenschlich monotheistischer Verirrung....??? Oder war es "Gottes Krieg" für die anmaßende "Kirche Gottes"??? Dann tobt er ja bis dato in den unbewußten Hirnen....

Alles halb so schlimm Raphael... unsere Gedankengänge sind nur durch ca. 400 – 600 undefinierbare Sonnenjahre voneinander getrennt. Was ist das schon in Anbetracht des Ganzen Dilemmas.... :shock:

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Alexander
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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Alexander » Mi 17. Jul 2019, 23:29

Interessantes Thema.

Conndilliac sprach in seinem Werk ganz selbstverständlich immer von den Alten. Offenbar gab es 1789 eime Zäsur. Wir müssen die Sache zusammenstoppeln.

Dazu ein paar Anmerkung. Im Intro zum Video taucht das Buch "Die große Aktion" auf. Das hat mich seinerzeit beeindruckt. Es war unterhaltsam und es stand einiges an Wahrheit darin. (Leider hat der Autor danach durchaus Mist geschrieben) Insofern gebe ich Raphael recht. Unserer Verständnis von Geschichte haben die Leute damals gar nicht gepflegt, Fakten und Fiktionen, das war einerlei. Das darf man als Hinweis betrachten.
Die Manie der modernen Gesichtsschreibung es ganz genau wissen zu wolllen, ist ein Indiz, dass etwas verborgen ist, sonst wäre das gar kein Thema und niemand würde sich je für vergangene Ereignisse interessieren. Warum auch?

Ich möchte auch an Roland erinnern. Er hatte über die geringe Bevölkerungsanzahl sperkuliert. Da mag was dran sein, wenn man bedenkt, dass Städte mit Bevölkerungen von ein paar Tausend Leuten Handelsmächte und Machtfaktoren waren.
Man muss sich auch klar machen, dass die Geschichtsschreibung seid dem Mittelalter einen großen Zeitraum umfaßt. Uns wurde eingetrichtert, dass in diesen Jahrhunderten im Grunde nicht viel passierte. Bedenkt man allerdings, dass wir noch vor ein paar Jahren noch vor Röhrenmonitoren gesessen haben usw. und der heutige technische Standart als selbstverständlich angesehen wird, dann sollte man sich bewußt machen, wie kurz Zeiträume sein können, in denen sich rasante Entwicklungen vollziehen. Warum soll das früher anders gewesen sein?

Ganz klar gibt es Tabus. Und Tabus gehorchen den Regeln von Tabus. Es ist kein Indiz, dass in den Schriften und Überlieferungen der letzten Jahrhunderten, sagen wir ab dem 18 Jahrhundert, keine diesbezügliche Deutlichkeit zu finden ist.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt ließ sich die Verbreutung von Schriften nicht mehr eindämmen. Allerdings kann es gut sein, dass über präsentes Wissen einfach nicht geschrieben wurde, weil es mit Tabu belegt war und es ohnehin bekannt-unbekannt war.
Ähnliche Mechanismen kann man heute beobachten. Nach ein parr Jahren und Jahrzehnten verschwindet dann das Wissen und man betritt den Bereich der Legenden.

Früher waren gewöhnlichen die Leute wesentlich immobiler. Der normale Landmann ist in seinem Leben allenfalls bist zur nächsten Kreisstadt gekommen. Und angesichts einer geringerer Popilation waren die maßgeblichen Eliten ein paar Hanseln.

Wie kann man das rekonstruieren? Ich meine durch Ausschlußprinzip. Überlieferungen sind zu hinterfragen und auf innere Plausibilität anzuklopfen. Sind sie unplausibel, dann kann man mit gesunden Menschenverstand ergründen, was sich dahinter verbirgt.
Informationen wurden ja weitergereicht.

Die große Frage ist, was war vorher, Wir alle sind aber Produkte dieser Entwicklung. Im Grunde interessiert uns das kaum, weil wir nicht die Vorfahren sind. Das Gerede und der Hype vom neuen Menschen hat hier vielleicht einen wahren Kern. Vielleicht gibt es ihn ja schon längst.

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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Raphael » Do 18. Jul 2019, 22:47

Rico schrieb:
Aber ist es denn ausgeschlossen, daß bis 1631 ein Ruinenkult im einmalig verschütteten Pompeii betrieben wurde? [...] Das also aufgrund eines okkulten Traumas neue Kanäle nötig waren, die der Architekt Domenico Fontana um 1592 durch die Ascheschichten trieb.
Tschurilow hat für mein Dafürhalten ausreichend bewiesen, daß der Kanal nur im Tagebau errichtet werden konnte, also durch eine unverschüttete Stadt.
Rico schrieb:
Genau deshalb zerbreche ich mir – warum auch immer – den Kopf über die Ursache des Beginns der monotheistisch bikameralen Massenpsyche. Die eben noch immer vorherrschende Geisteshaltung des globalen Gesamtkollektivs ist. Jeder gelebte Tag beweißt dies aufs neue.
Was ist der Grund das es so ist wie es ist?
Siehst Du, wir beide vermuten den Grund auf völlig verschiedenen Ebenen. Du vermutest eine recht zeitnahe kosmische Katastrophe, die den Menschen in seinen Wahn trieb. Ich hingegen sehe allein in der Menschwerdung, also in physisch-psychischen Veränderungen, den alleinigen Grund dafür, daß es so ist, wie es ist – ein innerer Prozeß, der fundamental nichts mit den äußeren Gegebenheiten zu hat, allerdings von ihnen marginal in eine Richtung getrieben werden kann. Ausschlaggebend sind aber innere Veränderungen, nicht Veränderungen der Biosphäre.

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Re: Pompeji - Einstieg in die Chronologiekritik

Beitrag von Raphael » Fr 19. Jul 2019, 15:10

Alexander schrieb:
Ich möchte auch an Roland erinnern. Er hatte über die geringe Bevölkerungsanzahl sperkuliert. Da mag was dran sein, wenn man bedenkt, dass Städte mit Bevölkerungen von ein paar Tausend Leuten Handelsmächte und Machtfaktoren waren.
Das sehe ich genauso und habe es in Verbindung mit dem Bau der Pyramiden auch schon ausgedrückt. Erst mit der Industrialisierung gab es eine Bevölkerungsexplosion, da zum ersten Mal eine große Menge an Menschen von relativ wenigen, die in der Landwirtschaft arbeiteten, ernährt werden konnte. Vorher gab es nur Dörfer und Städte mit maximal wenigen Tausend Einwohnern, die fast immer an Flüssen lagen, um die Wasserversorgung zu sichern. Hungersnöte (und Kannibalismus) waren niemandem fremd. Und das gilt für fruchtbare Landstriche. In trockenen Gebieten, Halbwüsten oder Wüsten wurden keine Städte gebaut. Dort gab es nur ein paar Nomaden, die auf der Suche nach Nahrung immer unterwegs waren.

Alexander schrieb:
Bedenkt man allerdings, dass wir noch vor ein paar Jahren noch vor Röhrenmonitoren gesessen haben usw. und der heutige technische Standart als selbstverständlich angesehen wird, dann sollte man sich bewußt machen, wie kurz Zeiträume sein können, in denen sich rasante Entwicklungen vollziehen. Warum soll das früher anders gewesen sein?
Exakt. Wie sah Europa vor 120 Jahren aus? Keine Autos, keine asphaltierten Straßen, keine Flugzeuge, kein Strom, kein Telefon, die wenigstens Häuser hatten fließend Wasser, also auch keine Warmwasserheizung, nur Öfen und Kamine. Das war die Zeit unserer Urgroßeltern. Seither hat sich die Welt radikal verändert. Die Lebensverhältnisse sind gar nicht mehr zu vergleichen. Jeder von uns lebt viel besser als die reichsten Menschen des 19. Jahrhunderts. Setzt man einen ähnlich radikalen Wandel für die vorherigen Jahrhunderte voraus, dann landet man schnell in der sogenannten Steinzeit.
Früher waren gewöhnlichen die Leute wesentlich immobiler. Der normale Landmann ist in seinem Leben allenfalls bist zur nächsten Kreisstadt gekommen.
Genau. Nur die sehr Reichen, von denen es wenige gab, konnten sich vor dem 19. Jahrhundert Reisen in andere Länder leisten und hatten die notwendigen Kontakte dazu. Es gab ja keine Hotels oder Ferienwohnungen. Man mußte jemanden vor Ort kennen, der die Mittel hatte, Gäste für längere Zeiträume zu verpflegen. Diese Leute waren auch gleichzeitig die einzigen, die lesen und schreiben konnten und in ihrer Kindheit nicht 15 Stunden am Tag arbeiten mußten, sondern studieren konnten. Und wenn man nicht lesen und schreiben konnte, konnte man auch nicht über größere Distanzen kommunizieren, da es nur Briefe per Postkurier gab.
Man begegnet der Immobilität von früher heute noch manchmal in abgeschwächter Form. Beispielsweise haben meine beiden Großmütter Deutschland niemals verlassen, meine Großväter nur im Krieg. Das war vollkommen normal für Menschen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts geboren wurden.

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